Finanzen

Cashflow-Prognose am Monatsanfang – 15 Minuten für Klarheit

Thomas Thier 28. August 2024 4 min Lesezeit

Die 12-Monats-Liquiditätsplanung ist wichtig – aber für den Alltag zu grob. Für den kurzen Zeitraum (30 Tage) braucht es eine eigene Routine: die Cashflow-Prognose am Monatsanfang. 15 Minuten, die deinen Monat strukturieren.

Warum separat von der Jahresplanung

Die Jahresplanung ist grob, mittelfristig. Die Monats-Prognose ist präzise, kurzfristig:

  • Konkrete Rechnungsnummern und Beträge, nicht Schätzwerte
  • Bekannte Ausgaben mit Datum
  • Fokus auf nächste 4 Wochen, nicht auf übernächstes Jahr

Die 15-Minuten-Routine

Am 1. oder 2. des Monats:

  • Kontostand aktuell notieren
  • Offene Rechnungen durchgehen: welche kommen diesen Monat wahrscheinlich rein?
  • Fixe Ausgaben auflisten: Miete, Versicherungen, Löhne, Abos
  • Bekannte variable Ausgaben: Steuern, geplante Einkäufe
  • Summe ermitteln: Kontostand + erwartete Eingänge - bekannte Ausgaben
  • Endstand schätzen für Monatsende

Die Ampel-Logik

Der geschätzte Endstand:

  • Grün: komfortabler Puffer, entspannt weitermachen
  • Gelb: knapp, Rechnungen konsequent nachfassen
  • Rot: drohender Engpass, Maßnahmen JETZT
Wer am 1. schon "Rot" sieht, hat noch 30 Tage zum Handeln. Wer am 25. merkt dass es knapp wird, hat nur noch 5 Tage.

Was bei "Gelb" zu tun ist

  • Alle offenen Rechnungen nachfassen
  • Skonto aussetzen (wenn angeboten)
  • Kleinere Ausgaben verschieben
  • Akquise-Aktivitäten verstärken für Neuaufträge

Was bei "Rot" zu tun ist

  • Sofort alle Forderungen eintreiben (Telefon, nicht nur Mail)
  • Dringende Ausgaben prüfen – was ist verschiebbar?
  • Mit Lieferanten über längere Zahlungsfristen sprechen
  • Bank kontaktieren für Dispo / Kreditlinie
  • Investitionen / Anschaffungen pausieren

Wochen-Check-in

Bei angespanntem Monat: wöchentlich 5 Minuten checken, ob der Plan aufgeht:

  • Sind erwartete Zahlungen wirklich reingekommen?
  • Gibt's unerwartete Ausgaben?
  • Muss der Plan angepasst werden?

In infinia: Daten für die Prognose

  • Liste offener Rechnungen mit Fälligkeit auf einen Blick
  • Erwartete Zahlungen nach Alter sortiert
  • Historische Daten: letzter Monat zum Vergleich
  • Auftragsbestand: was ist noch zu rechnen?

Die eigentliche Prognose-Tabelle machst du in einer Tabellenkalkulation oder einem Planner – die Eingangs-Daten liefert infinia.

Fazit

Cashflow-Prognose am Monatsanfang ist keine Buchhaltung, sondern Steuerung. 15 Minuten, die entscheiden, ob der Monat entspannt oder gestresst verläuft. Einmal zur Gewohnheit geworden, nicht mehr wegzudenken.

Häufige Fragen

Reicht nicht ein Blick aufs Konto?

Nein – das zeigt nur die Vergangenheit. Prognose zeigt, wohin der Monat geht.

Wie oft prüfen?

Monatsanfang Pflicht. Bei angespanntem Monat wöchentlich. Ruhige Monate: einmal reicht.

Was, wenn die Prognose täglich sich ändert?

Normal. Eine Prognose ist ein Richtwert, keine Garantie. Wichtiger als absolute Genauigkeit: das Gefühl "eng / entspannt" zu entwickeln.

Thomas Thier
Über den Autor

Thomas Thier

Gründer von infinia und täglich in der Praxis von IT-Beratung und Business-Software zu Hause. Schreibt hier aus der Realität von Selbstständigen und KMU – ohne BWL-Geschwafel, mit konkreten Beispielen aus der täglichen Arbeit.

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