Cashflow-Prognose am Monatsanfang – 15 Minuten für Klarheit
Die 12-Monats-Liquiditätsplanung ist wichtig – aber für den Alltag zu grob. Für den kurzen Zeitraum (30 Tage) braucht es eine eigene Routine: die Cashflow-Prognose am Monatsanfang. 15 Minuten, die deinen Monat strukturieren.
Warum separat von der Jahresplanung
Die Jahresplanung ist grob, mittelfristig. Die Monats-Prognose ist präzise, kurzfristig:
- Konkrete Rechnungsnummern und Beträge, nicht Schätzwerte
- Bekannte Ausgaben mit Datum
- Fokus auf nächste 4 Wochen, nicht auf übernächstes Jahr
Die 15-Minuten-Routine
Am 1. oder 2. des Monats:
- Kontostand aktuell notieren
- Offene Rechnungen durchgehen: welche kommen diesen Monat wahrscheinlich rein?
- Fixe Ausgaben auflisten: Miete, Versicherungen, Löhne, Abos
- Bekannte variable Ausgaben: Steuern, geplante Einkäufe
- Summe ermitteln: Kontostand + erwartete Eingänge - bekannte Ausgaben
- Endstand schätzen für Monatsende
Die Ampel-Logik
Der geschätzte Endstand:
- Grün: komfortabler Puffer, entspannt weitermachen
- Gelb: knapp, Rechnungen konsequent nachfassen
- Rot: drohender Engpass, Maßnahmen JETZT
Was bei "Gelb" zu tun ist
- Alle offenen Rechnungen nachfassen
- Skonto aussetzen (wenn angeboten)
- Kleinere Ausgaben verschieben
- Akquise-Aktivitäten verstärken für Neuaufträge
Was bei "Rot" zu tun ist
- Sofort alle Forderungen eintreiben (Telefon, nicht nur Mail)
- Dringende Ausgaben prüfen – was ist verschiebbar?
- Mit Lieferanten über längere Zahlungsfristen sprechen
- Bank kontaktieren für Dispo / Kreditlinie
- Investitionen / Anschaffungen pausieren
Wochen-Check-in
Bei angespanntem Monat: wöchentlich 5 Minuten checken, ob der Plan aufgeht:
- Sind erwartete Zahlungen wirklich reingekommen?
- Gibt's unerwartete Ausgaben?
- Muss der Plan angepasst werden?
In infinia: Daten für die Prognose
- Liste offener Rechnungen mit Fälligkeit auf einen Blick
- Erwartete Zahlungen nach Alter sortiert
- Historische Daten: letzter Monat zum Vergleich
- Auftragsbestand: was ist noch zu rechnen?
Die eigentliche Prognose-Tabelle machst du in einer Tabellenkalkulation oder einem Planner – die Eingangs-Daten liefert infinia.
Fazit
Cashflow-Prognose am Monatsanfang ist keine Buchhaltung, sondern Steuerung. 15 Minuten, die entscheiden, ob der Monat entspannt oder gestresst verläuft. Einmal zur Gewohnheit geworden, nicht mehr wegzudenken.
Häufige Fragen
Reicht nicht ein Blick aufs Konto?
Nein – das zeigt nur die Vergangenheit. Prognose zeigt, wohin der Monat geht.
Wie oft prüfen?
Monatsanfang Pflicht. Bei angespanntem Monat wöchentlich. Ruhige Monate: einmal reicht.
Was, wenn die Prognose täglich sich ändert?
Normal. Eine Prognose ist ein Richtwert, keine Garantie. Wichtiger als absolute Genauigkeit: das Gefühl "eng / entspannt" zu entwickeln.
Weniger Aufwand, mehr Zeit für dein Geschäft.
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