5 Zahlen, die du als KMU-Chef wöchentlich kennen solltest
Viele Kleinunternehmer kennen nur eine einzige Zahl: den Umsatz. Und die erfahren sie oft erst vom Steuerberater – mit zwei Monaten Verzögerung. Das ist, als würdest du mit Tempomat fahren und nur alle 100 Kilometer aufs Tacho schauen. Hier sind fünf Zahlen, die jeder Chef wöchentlich kennen sollte – mit je einem konkreten Handlungs-Hebel.
1. Offene Forderungen – aufgeschlüsselt nach Alter
Die wichtigste Liquiditäts-Zahl: Welche Rechnungen hast du gestellt, die noch nicht bezahlt sind? Am besten in drei Töpfen:
- 0–30 Tage nach Fälligkeit → normal, beobachten
- 31–60 Tage → Zahlungserinnerung / 1. Mahnung
- über 60 Tage → ernstes Thema, Telefon statt Mail
Hebel: Alles über 30 Tage sofort nachfassen. Eine 5-Minuten-Mail kostet nichts, bringt aber regelmäßig Zahlungen in Bewegung.
2. Sales Pipeline – offene Angebote und Anfragen
Der Blick nach vorne: Wie viele Angebote sind aktuell unterwegs, und was wird daraus voraussichtlich?
Teile sie in drei Stufen:
- Kalt – Angebot raus, keine Rückmeldung
- Warm – Kunde hat nachgefragt / verhandelt
- Heiß – Annahme angekündigt, wartet auf Umsetzung
Hebel: Wenn die Pipeline dünn ist, JETZT akquirieren. Wenn voll: Kapazität checken, keine Überversprechungen.
3. Cashflow – Geld rein vs. Geld raus die Woche
Die schlichteste Rechnung: Was kam diese Woche auf dem Konto rein, was ging raus?
Dazu: - Bevorstehende Zahlungen (Mieten, Gehälter, große Lieferanten-Rechnungen) für die nächsten 4 Wochen im Überblick - Erwartete Eingänge (aus Punkt 1 + 2)
Hebel: Engpass erkennen BEVOR er da ist – nicht erst wenn die Bank anruft. Wer 4 Wochen vorplant, kann mit Lieferanten verhandeln, Kunden anrufen, Reserven rechtzeitig mobilisieren.
4. Auftragsbestand – Sichtbarkeit auf die nächsten Wochen
Für Dienstleister und Handwerker die entscheidende Frage: Wie viele Wochen Arbeit habe ich im Buch?
- Weniger als 2 Wochen: akuter Akquise-Druck - 2–6 Wochen: gesund, planbar - Mehr als 8 Wochen: Vorsicht – Kunden werden ungeduldig
Hebel: Je nach Bestand entweder akquirieren oder sauber kommunizieren. Einen Kunden, der weiß dass der Auftrag in 4 Wochen startet, behältst du. Einer, der 4 Wochen im Unklaren ist, springt ab.
5. Lagerwert – wie viel Kapital im Regal liegt
Nur relevant, wenn du ein Lager hast – aber dann sehr relevant. Lagerware ist gebundenes Kapital.
Drei Fragen:
- Steigt der Lagerwert über die Wochen? → Gefahr: du kaufst mehr ein als du verkaufst
- Welche Artikel liegen länger als 6 Monate? → Ladenhüter → Aktion, Rabatt, Abschreibung
- Gibt es Fehlbestände (negative Verfügbarkeit)? → Nachbestell-Prozess prüfen
Hebel: Einmal pro Monat eine 20 %-Aktion auf Ladenhüter macht oft mehr Liquidität frei als jede Bank-Verhandlung.
Die 10-Minuten-Routine
Alle fünf Zahlen sollten in deiner Software auf einem einzigen Dashboard liegen. Montags, Kaffee, 10 Minuten:
- Alterungsliste der offenen Forderungen kurz durchsehen
- Neue Angebote eintragen, alte prüfen
- Cashflow nächste 4 Wochen grob im Kopf
- Auftragsbestand: muss ich akquirieren?
- Lagerwert-Trend (wenn relevant)
Wer das durchzieht, trifft bessere Entscheidungen und erlebt seltener böse Überraschungen. Gute Software macht daraus einen Klick.
Fazit
Kennzahlen sind kein Selbstzweck. Sie sind Frühwarnsystem und Steuerung gleichzeitig. Wer diese fünf Zahlen wöchentlich kennt, merkt Probleme Wochen bevor sie akut werden – und sieht Chancen, die andere übersehen. Einmal eingerichtet, sind das 10 Minuten pro Woche. Gut investiert.
Häufige Fragen
Reicht es, wenn das nur mein Steuerberater sieht?
Nein. Dein Steuerberater rechnet rückwärts – du brauchst die Zahlen vorwärts, um zu steuern. Die Steuerberater-Sicht ergänzt, ersetzt aber nicht das wöchentliche Chef-Dashboard.
Was, wenn die Zahlen schlecht aussehen?
Genau dafür schaust du sie an. Früh sehen = früh handeln. Eine schlechte Zahl in Woche 1 ist ein Warnsignal, eine schlechte Zahl in Woche 12 ist ein Notfall.
Welche Zahl ist die wichtigste?
Wenn du nur eine wählen darfst: offene Forderungen. Sie entscheiden, ob du zahlungsfähig bleibst. Cashflow ist die Folge der offenen Forderungen.
Muss ich für jede Zahl ein extra Tool nutzen?
Nein – genau das ist der Punkt einer integrierten Business-Software. Wenn alle Daten im selben System liegen, baut sich das Dashboard von alleine. Tool-Chaos ist der größte Feind von sauberen Zahlen.
Weniger Aufwand, mehr Zeit für dein Geschäft.
infinia bündelt Angebote, Rechnungen, Lager und Kundenverwaltung in einer Anwendung. Made in Austria.
