Strategie

Sommerpause sinnvoll nutzen – der 5-Punkte-Plan für KMU

Thomas Thier 26. Juni 2025 5 min Lesezeit

Die Sommermonate Juli und August sind in vielen Branchen ruhiger. Kunden sind im Urlaub, Neukunden melden sich weniger, das Tagesgeschäft läuft auf Sparflamme. Die meisten Unternehmer empfinden das als lästig. Dabei ist es eine der besten Gelegenheiten im Jahr für Dinge, die sonst immer liegen bleiben.

Punkt 1: Eigene Prozesse überarbeiten

Was im Alltag nie Zeit hat:

  • Workflows durchgehen und verbessern
  • Vorlagen aktualisieren (siehe Template-Tag)
  • Checklisten erstellen oder erneuern
  • Interne Dokumentation auf Stand bringen
  • Verträge und Standard-Konditionen überprüfen

Einen halben Arbeitstag pro Woche darauf verwenden – nach 6 Wochen Sommerpause sind die Grundlagen für das nächste Halbjahr deutlich besser.

Punkt 2: Daten aufräumen

  • Artikelstamm bereinigen (alte Artikel deaktivieren)
  • Kundenstamm auf Aktualität prüfen
  • Preise gegen Markt/Einkauf abgleichen
  • Dokumenten-Ablage strukturieren
  • Alte Projekte archivieren
Datenhygiene ist einer der unbeliebtesten, aber wirkungsvollsten Jobs. Einmal gut gemacht, bringt es das ganze nächste Jahr über Vorteile.

Punkt 3: Strategisch nachdenken

Ohne Alltagsdruck kommt oft Klarheit:

  • Wo steht das Unternehmen in 2 Jahren?
  • Welche Kundengruppen wollen wir mehr/weniger bedienen?
  • Welche neuen Leistungen sind sinnvoll?
  • Wo wollen wir investieren (Mitarbeiter, Equipment, Marketing)?
  • Welche Schwächen müssen adressiert werden?

Empfehlung: bewusst 1–2 Tage für Strategie blocken. Idealerweise an ruhigem Ort, nicht im Büro.

Punkt 4: Bestandskunden pflegen

Paradox: gerade in Urlaubszeiten haben manche Bestandskunden MEHR Zeit für Gespräche. Nutzen:

  • A-Kunden aktiv anrufen ("Wie war das letzte Quartal?")
  • Themen vorbereiten für Q3/Q4 (Jahresplanung bei Kunden läuft oft im September)
  • Beziehungspflege: Mittagessen, Kaffee, kurzer Besuch

Nicht verkaufen, sondern pflegen. Die Kundschaft merkt sich's.

Punkt 5: Erholung

Nicht die ganze Sommerpause verplanen:

  • Urlaub (wirklich!) – Handy aus, Kopf aus
  • Kürzere Arbeitstage
  • Weiterbildung (Buch, Konferenz, Podcast)
  • Gesundheits-Checks (Zahnarzt, Kontroll-Untersuchungen)
  • Beziehungen pflegen (Familie, Freunde)

Wer im Sommer durchbrennt, kann ab September nicht liefern. Erholung ist strategisch, nicht Luxus.

Was NICHT sinnvoll ist

In der Sommerpause vermeiden:

  • Panikakquise mit Rabatten (wirkt verzweifelt, bleibt als Eindruck)
  • Große Team-Veränderungen (schlechtes Timing, viele im Urlaub)
  • Radikale IT-Umstellungen (keine Unterstützung verfügbar)
  • Wichtige strategische Entscheidungen im Team (Leute sind im Kopf nicht da)

In infinia: Datenhygiene-Sommer

Was im Sommer in infinia gut gemacht werden kann:

  • Artikelstamm aufräumen
  • Kundenstamm-Pflege
  • Vorlagen und Textbausteine überarbeiten
  • ABC-Analysen durchführen
  • Halbjahres-Review der Zahlen

Fazit

Die Sommerpause ist ein strategisches Geschenk. Wer sie zum Durchatmen, Aufräumen und Nachdenken nutzt, startet im Herbst mit klarem Kopf und aufgeräumten Strukturen. Wer nur wartet, verliert 6 Wochen Potenzial.

Häufige Fragen

Was, wenn in meiner Branche Sommer Hochsaison ist?

Dann hast du deine "Flautezeit" zu anderer Jahreszeit (vielleicht Januar-Februar oder November). Das Prinzip ist das gleiche, nur der Zeitpunkt anders.

Soll ich Mitarbeiter in Sommerpause einsetzen für Aufräum-Aufgaben?

Teilweise ja – aber nicht "Beschäftigungstherapie". Sinnvolle Aufgaben: Datenhygiene, Dokumentation, Weiterbildung.

Was, wenn im Sommer doch Aufträge kommen?

Super – die macht man. Sommerpause ist kein Verbot zu arbeiten, sondern eine Chance bei Flaute.

Thomas Thier
Über den Autor

Thomas Thier

Gründer von infinia und täglich in der Praxis von IT-Beratung und Business-Software zu Hause. Schreibt hier aus der Realität von Selbstständigen und KMU – ohne BWL-Geschwafel, mit konkreten Beispielen aus der täglichen Arbeit.

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