Strategie

Fixkosten-Check – der jährliche Routine-Blick, der Geld spart

Thomas Thier 08. Oktober 2025 5 min Lesezeit

Fixkosten sind der stille Killer jeder Marge. Sie laufen jeden Monat, unabhängig davon, ob du gut oder schlecht verkaufst. Und sie haben die unangenehme Eigenschaft, sich anzuhäufen: Abo hier, Versicherung dort, monatlicher Service-Vertrag überall. Einmal im Jahr 90 Minuten dafür zu blocken ist eine der besten Zeitinvestitionen im Unternehmen.

Warum Fixkosten so heimtückisch sind

Drei Gründe:

  • Automatisch abgebucht – du siehst sie nicht aktiv
  • Klein einzeln, groß in Summe – 5 Abos à € 30 = € 360 / Monat
  • Irgendwann wird sowieso vergessen, wofür genau das lief

Typisch: Software-Lizenz, die niemand mehr nutzt. Versicherung, die seit 2019 nicht angepasst wurde. Premium-Tarif beim Internet, obwohl Basic reichen würde.

Die 90-Minuten-Routine

Einmal im Jahr, idealerweise im Januar oder Februar:

  • Alle Abbuchungen des Vorjahres vom Kontoauszug exportieren (Banking-App)
  • Nach Gläubiger gruppieren
  • Jeden Posten durchgehen: noch nötig? Noch richtig dimensioniert?
  • Liste mit drei Spalten: BEHALTEN / ANPASSEN / KÜNDIGEN
  • Anpassen / Kündigen direkt erledigen (bevor du es wieder vergisst)

Die üblichen Verdächtigen

Wo am meisten versteckt ist:

  • Software-Abos – oft mehrfach Tools für denselben Zweck
  • Versicherungen – selten überprüft, oft überdimensioniert
  • Telefon / Internet – Tarife werden nicht angepasst, obwohl Alternativen günstiger wären
  • Büro-Zubehör – Wasserspender, Obst-Lieferungen, die niemand mehr nutzt
  • Marketing-Tools – Keyword-Monitore, Mail-Tools, Landingpage-Builder (oft überlappend)
  • Mitgliedschaften – Verbände, Plattformen, die nichts mehr bringen

Versicherungen – der heimliche Sparschatz

Der Klassiker, weil niemand gerne hinterfragt:

  • Haftpflicht-Versicherung: Deckungssumme passend? Prämie marktgerecht?
  • Rechtsschutz: benutzt? Leistungsumfang?
  • Betriebsunterbrechungs-Versicherung: aktuell nötig?
  • Lebens-/Pensionsversicherung: Sinnhaftigkeit prüfen – oft zu teuer im Verhältnis zur Rendite

Unabhängigen Versicherungsmakler mit Vergleichsangebot beauftragen – kostet meistens nichts, spart oft 15–30 %.

Tipp: Kündigungsfristen prüfen und Termine im Kalender eintragen. Viele Verträge verlängern sich automatisch um ein Jahr.

Was man NICHT machen sollte

Beim Kostensenken gibt es auch Fallen:

  • Nicht an Basis-Infrastruktur sparen: Internet, Strom, Software, die täglich läuft – Ausfall kostet mehr als die monatlichen Euros
  • Nicht an Weiterbildung – ist oft als Luxus missverstanden, ist aber Zukunfts-Investition
  • Nicht am Steuerberater – guter Steuerberater spart mehr Steuern als er kostet
  • Nicht Mitarbeiter-Benefits einsparen – die sind oft emotional wichtiger als sie finanziell sind

Was du durch den Check typischerweise sparst

Aus der Praxis:

Kleiner Betrieb (1–3 Personen): € 500 – € 2.000 pro Jahr KMU (5–20 Personen): € 2.000 – € 10.000 pro Jahr

Das sind Beträge, die direkt in deinen Gewinn fließen – ohne auch nur einen Euro Mehrumsatz machen zu müssen.

In infinia: Eingangsrechnungen als Datenbasis

Infinia ist primär für Ausgangsrechnungen gedacht. Für die Kostenübersicht:

Dokumenten-Archiv nutzen: alle eingehenden Rechnungen digital ablegen. Im jährlichen Fixkosten-Check kannst du die Sammlung systematisch durchgehen.

Steuerberater-Export enthält alle Aufwands-Belege, die du ans Finanzamt meldest – eine gute Basis, um rückwärts zu prüfen, was bezahlt wurde.

Fazit

Der Fixkosten-Check ist unglamourös, aber einer der höchsten ROI-Aktivitäten im Unternehmen: 90 Minuten Zeitaufwand, oft drei- bis vierstellige jährliche Einsparungen. Einmal jährlich fest im Kalender – und das Unternehmen läuft finanziell 10 % entspannter.

Häufige Fragen

Wann der beste Zeitpunkt?

Januar/Februar: die meisten Jahresabrechnungen sind da, und Kündigungstermine für Verträge mit Jahresfrist laufen oft zum Jahresende ab – plane rechtzeitig.

Was, wenn ich unsicher bin, ob ich etwas brauche?

Pausen-Regel: kann ich 3 Monate ohne auskommen? Wenn ja – kündigen. Wenn nicht – behalten. Manche Anbieter bieten Pause-Option statt Kündigung.

Lohnt sich das auch für Solo-Selbstständige?

Absolut. Gerade bei Kleinbetrieben sind die absoluten Beträge niedrig, prozentual aber groß. € 1.000 weniger Fixkosten bei € 60.000 Umsatz = 1,7 % direkter Gewinn.

Thomas Thier
Über den Autor

Thomas Thier

Gründer von infinia und täglich in der Praxis von IT-Beratung und Business-Software zu Hause. Schreibt hier aus der Realität von Selbstständigen und KMU – ohne BWL-Geschwafel, mit konkreten Beispielen aus der täglichen Arbeit.

Mehr über die Philosophie hinter infinia →

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