Fixkosten-Check – der jährliche Routine-Blick, der Geld spart
Fixkosten sind der stille Killer jeder Marge. Sie laufen jeden Monat, unabhängig davon, ob du gut oder schlecht verkaufst. Und sie haben die unangenehme Eigenschaft, sich anzuhäufen: Abo hier, Versicherung dort, monatlicher Service-Vertrag überall. Einmal im Jahr 90 Minuten dafür zu blocken ist eine der besten Zeitinvestitionen im Unternehmen.
Warum Fixkosten so heimtückisch sind
Drei Gründe:
- Automatisch abgebucht – du siehst sie nicht aktiv
- Klein einzeln, groß in Summe – 5 Abos à € 30 = € 360 / Monat
- Irgendwann wird sowieso vergessen, wofür genau das lief
Typisch: Software-Lizenz, die niemand mehr nutzt. Versicherung, die seit 2019 nicht angepasst wurde. Premium-Tarif beim Internet, obwohl Basic reichen würde.
Die 90-Minuten-Routine
Einmal im Jahr, idealerweise im Januar oder Februar:
- Alle Abbuchungen des Vorjahres vom Kontoauszug exportieren (Banking-App)
- Nach Gläubiger gruppieren
- Jeden Posten durchgehen: noch nötig? Noch richtig dimensioniert?
- Liste mit drei Spalten: BEHALTEN / ANPASSEN / KÜNDIGEN
- Anpassen / Kündigen direkt erledigen (bevor du es wieder vergisst)
Die üblichen Verdächtigen
Wo am meisten versteckt ist:
- Software-Abos – oft mehrfach Tools für denselben Zweck
- Versicherungen – selten überprüft, oft überdimensioniert
- Telefon / Internet – Tarife werden nicht angepasst, obwohl Alternativen günstiger wären
- Büro-Zubehör – Wasserspender, Obst-Lieferungen, die niemand mehr nutzt
- Marketing-Tools – Keyword-Monitore, Mail-Tools, Landingpage-Builder (oft überlappend)
- Mitgliedschaften – Verbände, Plattformen, die nichts mehr bringen
Versicherungen – der heimliche Sparschatz
Der Klassiker, weil niemand gerne hinterfragt:
- Haftpflicht-Versicherung: Deckungssumme passend? Prämie marktgerecht?
- Rechtsschutz: benutzt? Leistungsumfang?
- Betriebsunterbrechungs-Versicherung: aktuell nötig?
- Lebens-/Pensionsversicherung: Sinnhaftigkeit prüfen – oft zu teuer im Verhältnis zur Rendite
Unabhängigen Versicherungsmakler mit Vergleichsangebot beauftragen – kostet meistens nichts, spart oft 15–30 %.
Was man NICHT machen sollte
Beim Kostensenken gibt es auch Fallen:
- Nicht an Basis-Infrastruktur sparen: Internet, Strom, Software, die täglich läuft – Ausfall kostet mehr als die monatlichen Euros
- Nicht an Weiterbildung – ist oft als Luxus missverstanden, ist aber Zukunfts-Investition
- Nicht am Steuerberater – guter Steuerberater spart mehr Steuern als er kostet
- Nicht Mitarbeiter-Benefits einsparen – die sind oft emotional wichtiger als sie finanziell sind
Was du durch den Check typischerweise sparst
Aus der Praxis:
Kleiner Betrieb (1–3 Personen): € 500 – € 2.000 pro Jahr KMU (5–20 Personen): € 2.000 – € 10.000 pro Jahr
Das sind Beträge, die direkt in deinen Gewinn fließen – ohne auch nur einen Euro Mehrumsatz machen zu müssen.
In infinia: Eingangsrechnungen als Datenbasis
Infinia ist primär für Ausgangsrechnungen gedacht. Für die Kostenübersicht:
Dokumenten-Archiv nutzen: alle eingehenden Rechnungen digital ablegen. Im jährlichen Fixkosten-Check kannst du die Sammlung systematisch durchgehen.
Steuerberater-Export enthält alle Aufwands-Belege, die du ans Finanzamt meldest – eine gute Basis, um rückwärts zu prüfen, was bezahlt wurde.
Fazit
Der Fixkosten-Check ist unglamourös, aber einer der höchsten ROI-Aktivitäten im Unternehmen: 90 Minuten Zeitaufwand, oft drei- bis vierstellige jährliche Einsparungen. Einmal jährlich fest im Kalender – und das Unternehmen läuft finanziell 10 % entspannter.
Häufige Fragen
Wann der beste Zeitpunkt?
Januar/Februar: die meisten Jahresabrechnungen sind da, und Kündigungstermine für Verträge mit Jahresfrist laufen oft zum Jahresende ab – plane rechtzeitig.
Was, wenn ich unsicher bin, ob ich etwas brauche?
Pausen-Regel: kann ich 3 Monate ohne auskommen? Wenn ja – kündigen. Wenn nicht – behalten. Manche Anbieter bieten Pause-Option statt Kündigung.
Lohnt sich das auch für Solo-Selbstständige?
Absolut. Gerade bei Kleinbetrieben sind die absoluten Beträge niedrig, prozentual aber groß. € 1.000 weniger Fixkosten bei € 60.000 Umsatz = 1,7 % direkter Gewinn.
Weniger Aufwand, mehr Zeit für dein Geschäft.
infinia bündelt Angebote, Rechnungen, Lager und Kundenverwaltung in einer Anwendung. Made in Austria.
