Ratgeber

Pomodoro für Unternehmer – 25 Minuten, die alles ändern

Thomas Thier 26. Februar 2025 4 min Lesezeit

Francesco Cirillo hat in den 1980ern die Pomodoro-Technik erfunden: 25 Minuten konzentriert arbeiten, 5 Minuten Pause, wiederholen. Klingt zu einfach, um zu funktionieren. Funktioniert gerade deswegen. Gerade für Unternehmer mit fragmentiertem Tagesablauf ein guter Anker.

Wie Pomodoro funktioniert

Der Ablauf:

  • Eine konkrete Aufgabe wählen
  • Timer auf 25 Minuten stellen
  • Nichts anderes tun während dieser 25 Minuten
  • Timer klingelt → 5 Minuten Pause
  • Nach 4 Durchgängen: längere Pause (15–30 min)

Ein "Pomodoro" = 25 Minuten Fokus. Daher der Name (Küchen-Tomate als Timer).

Warum es wirkt

Drei psychologische Effekte:

  • Begrenzte Zeit erzeugt Fokus: 25 Minuten fühlen sich machbar an
  • Timer-Druck verhindert Ablenkung: "Noch 17 Minuten dann Pause" steigert Motivation
  • Pause ist geplant: keine schlechte Gewissen, weil Pause Teil des Systems ist

Für Unternehmer angepasst

Nicht jede Unternehmer-Arbeit lässt sich in 25-Minuten-Blöcke pressen. Anpassungen:

  • Bei tieferer Arbeit: 50-Minuten-Blöcke, 10 Minuten Pause
  • Bei Admin / kleinen Aufgaben: klassisch 25/5
  • Telefonate nicht pomodoro-fähig – in separate Blöcke
  • Meetings zählen nicht als Pomodoro (zu lang, mit anderen)
Der wichtigste Effekt: Während des Pomodoros wirklich NICHT auf E-Mail / Handy / Chat schauen. Das ist die halbe Miete.

Typische Anwendungsfälle

  • Angebot schreiben (1–2 Pomodoros)
  • Buchhaltung / Rechnungen erstellen (2–4 Pomodoros)
  • Strategie-Dokument verfassen (3–4 Pomodoros)
  • Rechercheaufgaben (2 Pomodoros + Pause)
  • Inbox-Verarbeitung (1 Pomodoro reicht meist)

Pausen richtig nutzen

Die 5-Minuten-Pause ist nicht "E-Mails checken". Sondern:

  • Aufstehen, Wasser trinken
  • Blick aus dem Fenster
  • Kurz bewegen
  • Nicht zur nächsten Aufgabe springen

Pause bedeutet echtes Pause-Machen, nicht "lockere Aufgabe".

Der Umgang mit Unterbrechungen

Mitarbeiter kommt, Telefon klingelt: was tun?

  • Bei echter Dringlichkeit: Pomodoro abbrechen, danach neu starten
  • Bei nicht-dringendem: "Darf ich zurückrufen, ich bin gerade fokussiert" – höflich aber bestimmt
  • Notieren, was unterbrochen hat, um später Muster zu erkennen

In infinia: Fokuszeit-Block als Kalender-Eintrag

Pomodoros im Kalender sichtbar machen:

  • Kalender-Event "Fokuszeit" für 1–2 Stunden
  • Team sieht: du bist nicht verfügbar
  • Automatische Nicht-Stören-Einstellung
  • Nach Abschluss: konkrete Aufgabe als erledigt markieren

Fazit

Pomodoro ist kein Allheilmittel, aber ein einfacher Trick gegen Zerfaserung. 25 Minuten Fokus, 5 Minuten Pause – wiederhol das 3–4 Mal am Tag, und du wirst erleben, wie viel du wirklich schaffst, wenn du bewusst konzentrierst.

Häufige Fragen

Muss ich einen speziellen Timer haben?

Nein – jede Küchen-Uhr, jede Handy-App reicht. Spezielle Pomodoro-Apps (Be Focused, Tomato Timer) sind nett, aber nicht nötig.

Funktioniert das auch bei Kreativarbeit?

Ja und nein. Creative Flow-Zustände möchte man nicht nach 25 Minuten abbrechen. Anpassung: 50/10 oder gar 90/20 Zyklen für kreative Arbeit.

Wie viele Pomodoros pro Tag sind realistisch?

6–10 am Tag sind gesund. Mehr erzeugt Ermüdung, weniger lässt den Tag unstrukturiert.

Thomas Thier
Über den Autor

Thomas Thier

Gründer von infinia und täglich in der Praxis von IT-Beratung und Business-Software zu Hause. Schreibt hier aus der Realität von Selbstständigen und KMU – ohne BWL-Geschwafel, mit konkreten Beispielen aus der täglichen Arbeit.

Mehr über die Philosophie hinter infinia →

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