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E-Rechnung in Österreich – was kommt auf KMU zu?

Thomas Thier 23. Oktober 2024 6 min Lesezeit

Die elektronische Rechnung (E-Rechnung) ist kein Hype mehr – im Austausch mit dem öffentlichen Sektor in Österreich seit Jahren Pflicht. Und die Entwicklung geht weiter: EU-weit zeichnen sich B2B-Vorgaben ab. Wer sich jetzt vorbereitet, hat später keinen Stress. Der nüchterne Überblick.

Was E-Rechnung wirklich ist

Wichtige Unterscheidung:

  • PDF per E-Mail ist KEINE E-Rechnung im technischen Sinn
  • E-Rechnung = strukturiertes Datenformat, maschinenlesbar (XML)
  • Standard in Europa: PEPPOL-BIS oder XRechnung
  • Datei enthält sowohl lesbare Darstellung (Bild) als auch strukturierte Daten

Die Idee: das Empfänger-System kann die Rechnung automatisch verarbeiten, ohne abzutippen.

Wo E-Rechnung bereits Pflicht ist

In Österreich aktuell:

  • Rechnungen an Bund: seit 2014 Pflicht (über USP-Portal)
  • Rechnungen an Länder und Kommunen: weitgehend Pflicht, Formate variieren
  • Öffentliche Auftraggeber EU-weit: seit 2019 Pflicht
  • B2B zwischen Unternehmen: aktuell freiwillig, aber zunehmend erwartet

Wer mit dem öffentlichen Sektor arbeitet: keine Wahl. Wer ausschließlich B2B privat: noch Zeit, aber nicht ewig.

Die EU-Entwicklung

Ausblick auf 2026–2030:

  • EU-weite Harmonisierung ist angekündigt
  • Italien, Frankreich, Polen, Belgien, Ungarn haben bereits B2B-E-Rechnungs-Pflicht
  • Deutschland führt ab 2025 stufenweise ein
  • Österreich folgt absehbar

Es wird kommen. Die Frage ist nicht "ob", sondern "wann".

Warnung bei scheinbaren Hype-Versprechen: "Wir machen schon E-Rechnung" bedeutet bei manchen Anbietern nur PDF-Versand – das ist nicht E-Rechnung im engeren Sinn.

Was KMU jetzt tun können

Pragmatisch vorbereiten:

  • Stammdaten sauber halten: UID, vollständige Adressen, Bankdaten korrekt
  • Strukturiertes Format nutzen (keine handgeschriebenen oder Textbearbeitungs-Rechnungen mehr)
  • Anbieter beobachten: erweitert dein System E-Rechnungs-Unterstützung?
  • Mit wichtigen Kunden sprechen: erwarten sie E-Rechnung?
  • Keine Panikkäufe – das Thema entwickelt sich, Investitionen sollten nicht jetzt "blind" erfolgen

Die häufigsten Formate

  • PEPPOL-BIS: EU-weites Standard-Format, zunehmend verbreitet
  • XRechnung: in Deutschland Pflicht für öffentliche Aufträge, auch in AT akzeptiert
  • ZUGFeRD/Factur-X: Hybridformat (PDF + XML), in Deutschland beliebt
  • eInvoice (AT-spezifisch): für manche Behörden in Österreich

Für KMU ist technisches Detail selten relevant – die Software sollte die Formate unterstützen. Wichtig: welches Format der Empfänger verlangt.

Was nicht (mehr) geht

Nicht-akzeptierte "E-Rechnungen" bei öffentlichen Stellen:

  • Einfach PDF per Mail (keine Strukturdaten)
  • Papier-Rechnung eingescannt
  • Textbearbeitungs-Dokumente
  • Rechnungen ohne UID-Nummer oder Pflichtangaben

Was infinia dazu macht

Offen und ehrlich kommuniziert: Die E-Rechnung-Unterstützung wird kontinuierlich weiterentwickelt. Status aktuell:

  • Alle Rechnungen entsprechen den inhaltlichen Pflichtangaben
  • PDF-Rechnungen professionell gestaltet mit QR-Zahlungsteil
  • Strukturierte Daten vorhanden – Export-Formate werden kontinuierlich ergänzt
  • Kunden werden über neue Formate und Entwicklungen informiert

Wer konkrete E-Rechnungs-Anforderungen seiner Kunden hat (z.B. Rechnung an Bund/Länder), sollte im Beratungsgespräch die aktuelle Situation klären. Die Entwicklung ist fließend.

Fazit

E-Rechnung ist kein Schreckgespenst, sondern eine normale technische Entwicklung. Wer strukturiert arbeitet und eine moderne Business-Software nutzt, wird den Übergang problemlos schaffen. Wichtig: dranbleiben, informiert sein, nicht in Panik verfallen. Die konkrete Pflicht für den privaten B2B-Bereich ist in Österreich noch nicht da – aber sie kommt absehbar.

Häufige Fragen

Brauche ich schon heute ein PEPPOL-Zertifikat?

Nur wenn du regelmäßig mit öffentlichem Sektor arbeitest. Für reinen Privatsektor aktuell nicht nötig.

Was passiert, wenn ich ab 2027 nicht umgestellt habe?

Hängt vom exakten Gesetzgebungs-Status ab. Unwahrscheinlich: Millionen-Strafen. Wahrscheinlich: Geschäftsverlust mit größeren Kunden, die E-Rechnung verlangen.

Muss ich mein System komplett wechseln?

Meist nein. Moderne Business-Software wird mit Updates E-Rechnung unterstützen. Wechsel nur, wenn dein Anbieter das Thema komplett ignoriert.

Thomas Thier
Über den Autor

Thomas Thier

Gründer von infinia und täglich in der Praxis von IT-Beratung und Business-Software zu Hause. Schreibt hier aus der Realität von Selbstständigen und KMU – ohne BWL-Geschwafel, mit konkreten Beispielen aus der täglichen Arbeit.

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